Fangen wir am 26.12. an. Mittags starten wir unsere große gemeinsame Reise in den Süden Peru´s. Planmäßig kommen wir gegen 14Uhr in Arequipa an. Mit uns on tour sind Anna, ihre Freundin Zivi, Doris und Wolfgang (Eltern von Anna). Überraschenderweise scheint die Sonne und es ist richtig schön warm in der wunderschönen Kolonialstadt. Arequipa wird auch „Ciudad Blanca del eterno cielo azul“ (Weiße Stadt mit einen beständig blauen Himmel) genannt und liegt 2300m Höhe. Ist also der optimale Ausgangspunkt, um sich langsam zu akklimatisieren. Nachdem wir eine günstige Unterkunft gefunden haben machen wir uns gleich auf den Weg zum Monasterio Santa Catalina, einem traumhaft schönen Kloster mitten in der Stadt. Gefangen genommen von der Stille und der feinen Farbabstimmung der Klosteranlage spazieren wir durch Gässchen und Steinbögen und genießen das Ambiente. Nach einigem Herumirren stoßen wir schließlich wieder auf unsere Reisegefährten und schließen unseren kleinen Ausflug mit einem gutem Kaffee in der hauseigenen Cafetería ab. Abends gönnen wir uns noch ein leckeres Essen in einem der gemütlichen Restaurants der Stadt. Die Mehrheit bestellt rocotto relleno und ich hab so meinen Spaß daran zu beobachten wie sich Gesichter mir gegenüber nach und nach rot färben und mir die ersten Schweißperlen entgegen blitzen :-). Rocotto ist eine Art Peperoni, die besonders scharf ist, in Perú aber bei sehr vielen Gerichten als Geschmacksverstärker (oder auch Geschmackstöter) hinzu gemischt wird. Am 27.12. beginnen wir den Tag mit einem guten Frühstück auf der Dachterrasse unserer Hospedaje und starten wenig darauf unseren ersten Ausflug, der die beiden folgenden Tage ausfüllen wird. Mit dem Bus geht es bis auf eine Höhe von 4800m, bis wir schließlich in Chivay (3600m) landen, wo wir die Nacht verbringen werden. Soroche (Höhenkrankheit) verspürt zum Glück keiner, sodass der weiteren Reise nichts in die Quere zu kommen scheint. Nach einem guten Essen in Chivay, begleitet von Folklore-Musik und Tanz, ziehen wir uns dann auch schon zurück, damit wir fit für den nächsten Tag sind. Am Morgen heißt´s dann schon um 5Uhr aufstehen, da uns um 7Uhr unsere Bus zum Cañon de Colca bringen wird. Der Cañon zählt mit 3200m zu einer der tiefsten Schluchten weltweit und fast täglich werden dort Kondore gesichtet. Durch ihre Flügelspannweite, die bis zu 3,2m erreichen kann, bieten die enormen Vögel einen beeindruckenden Anblick. Leider warten wir an diesem Morgen vergeblich.
Am 5.1. um 5.30Uhr warten wir ungeduldig auf unseren Abholservice. Und bald darauf sitzen wir auch schon im Bus Richtung Manú. Dazu muss man gleich einmal erwähnen, dass im peruanischen Dschungel die Zeit stehen zu bleiben scheint, da wir uns auf der ganzen Reise laut Uhr im Auto zwischen 12 und 15Uhr bewegen. Schnell finden wir heraus, dass die Uhr jedes Mal wenn der Motor abgestellt wird wieder bei 12Uhr anfängt. Ist nur ein kleines Detail, das manchen als unwichtig erscheinen mag, doch eben diese Feinheiten machen Peru aus. Was spielt es schon für eine Rolle, ob es ein oder zwei Stunden später ist, ob man eine Stunde zu spät in die Arbeit kommt, ob man die Angebetete 50Minuten warten lässt. Geht alles nicht so genau *;)*. Auf der über 8 Stunden langen Reise machen wir einige Male Halt, um uns die Füße zu vertreten und auf die Suche nach Waldbewohnern zu gehen. Pitschnass sind wir bald und obwohl ich es abgelegt hab allzu pingelig zu sein fühl ich mich doch etwas unwohl in meiner Haut, da ich nur eine Hose mitgenommen hab und ich bei der feuchten Luft befürchte, dass die Sachen nicht gerade schnell trocknen werden. Aber Trübsal blasen ist jetzt gar nicht angesagt, denn schon bald entdecken wir eine Affenbande, die fröhlich von Baum zu Baum springt. Zahlreiche Schmetterlinge, Würmchen und Blumen lassen uns schnell eintauchen in die Faszination Dschungel. In Ninamarca sehen wir uns die Chullpas, „Gräber“ aus vergangener Zeit, an welche mehr an kleine Lehmhäuschen als an Grabstätten denken lassen. Klein aber doch sehenswert ist ein Stück weiter die Kolonialstadt Paucartambo, welche doch sehr den Kontrast zur indigenen Architektur erkennen lässt. Noch einmal passieren wir die 4000m-Grenze, bevor wir dem Meerespiegel langsam wieder näher kommen. Kurz vor der San Pedro Lodge, welche uns die erste Nacht Herberge bieten wird, machen wir es uns auf einem Aussichtspunkt gemütlich, von welchem aus man Peru´s Nationalvogel, den Cock of the Rock, beobachten kann. Am frühen Nachmittag sind wird dann endlich am ersten Zielpunkt. Die San Pedro Lodge bietet zwar keinen Luxus, aber alles was notwendig ist, um sich ein wenig zu erholen. Und das machen wir auch erst einmal. Abends gibt’s dann noch eine Kleinigkeit zu essen und wir lernen Jeremith kennen, eine Peruanerin, welche als Praktikantin an der Reise teilnimmt und mir sehr schnell ans Herz wachsen wird. Schon bald nach Morgendämmerung packen wir wieder unsere Sachen und schwingen uns in den Bus. Wir passieren ein kleines Dorf, das sich durch seinen Coca-Anbau einen Namen gemacht hat. Also schauen wir uns das ganze doch gleich mal etwas genauer an. Julio, unser Reiseführer, weist uns gleich einmal in die Heilkunst der Coca-Pflanze ein.
So lassen bsp. die Samen jegliche Zahnschmerzen sofort verschwinden, sobald man sie sich auf die offene Stelle im Zahl legt. Verschwinden ist vielleicht der falsche Ausdruck, vielmehr betäubt werden die Schmerzen durch die Droge. Wieder etwas dazu gelernt geht’s weiter Richtung Pilcopata, wo uns bereits unser Rafting-Guide erwartet. Juhu! Wie lange hab ich schon Lust einmal Rafting auszuprobieren. Die Hälfte der Reisegruppe wird sich bis nach Atalaya Port durch die Fluten kämpfen und der Rest dann die Endspurt zur Erika Lodge hinlegen. Wow, macht das Spaß. Nachdem ich anfänglich gegen den Strom rudere und das Boot mehr einbremse als vorantreibe, lobt mich unser Guide schon bald und scheint auch wirklich angetan zu sein von meiner schnellen Auffassungsgabe *:)*. So springen wir von Welle zu Welle über den Río Alto Madre de Dios („Hohe Mutter Gottes“), einem der Hauptströme des Dschungelgebiets. Nach einer kurzen Motorboot-Fahrt im Anschluss kommen wir pitschnass an der Erika Lodge an. Mittagessen und schon geht das Abenteuer weiter. Nachtwanderung durch den tiefsten Dschungel. Nicht nur einmal muss Julio mit seiner Machete den Weg freilegen. Mit unseren kniehohen Gummistiefeln stampfen wir durch Flüsse und Matschgräben, balancieren über einen Baumstamm allein durch das gespannte Seil in Sicherheit wiegend und gelangen letztlich an eine Lichtung, welche erstmals so richtig schön den Blick zum Himmel eröffnet. Wahnsinn! Zunächst noch traurig, dass wir am Titicaca-See nicht die Möglichkeit hatten eine Nacht auf den Inseln zu bleiben, um den angeblich unbeschreiblich schönen Sternenhimmel zu sehen, werde ich hier schnell entschädigt. Atemberaubend! So ein Lichtmeer hab ich noch nie gesehen. Im Dunkeln warten wir mit Sicherheit eine gute halbe Stunde, in der Hoffnung auf einen Tapir zu treffen. Leider vergeblich. Dennoch will Julio alles versuchen, um uns zumindest einen Dschungelbewohner zu präsentieren. Kurzum lässt er uns im Fluss eine Ewigkeit stehen und verschwindet mit seiner Taschenlampe in der Dunkelheit. Knistern, ab und zu eine Lichtschein und die Zeit vergeht und vergeht nicht. Ich bin schon so müde, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann. Dann endlich! Julio steht plötzlich wieder vor uns, mit einem Kaiman in den Armen. Respekt sag ich da bloß. Wie er den gefangen hat, das bleibt mir ein Rätsel, aber was verstehen wir Touristen schon von den Geheimnissen des Urwalds? Um 9pm sind wird wieder am Ausgangspunkt, fallen noch schnell über das Abendessen her und verkriechen uns dann unter unsere Moskitonetze im Bungalow, um wieder Kraft für den nächsten Tag zu tanken. Zu dem folgenden Tag von mir nur wenige Worte, da Alex sich im Krankenhaus bereits damit die Zeit vertrieben hat seinen eigenen Bericht zu verfassen.
Mein ganz persönliches Dschungelabenteuer
Es war Montag der 07.01.08. und wir lagen alle noch in unseren Betten der Erika-Lodge im Manú Nationalpark, als gegen 04.50 Uhr unser Guide Julio zum allmorgendlichen „good morning“ und „buenos dias“ an den Zimmern vorbeilief um uns zu wecken. Sein „in ten minutes“ trieb uns alle zur Eile an. Denn um 05.00 Uhr sollte schon die erste Unternehmung an diesem Tag beginnen. Ein Abstecher zu im Fluss befindlichen Steininselchen um dort die Vögel am Ufer bei ihrer Jagd auf Insekten zu beobachten. Als wir ankamen, war die Jagd allerdings schon beendet und die bunten Exoten der Lüfte waren bereits mit dem Reinigen ihrer Federn und dem Fressen von salzhaltiger Lehmerde beschäftigt. Gegen 07.00 Uhr waren wir zurück in unserer Lodge und es gab ein leckeres Frühstück. Danach wurde unsere Reisegruppe für den nächsten Part in zwei Halbgruppen aufgeteilt. Zusammen mit Tina, Jeremith, eine Peruanerin in der Ausbildung zum Guide und zwei Amis aus Governator-Country war ich mit unserem Guide in der Halbgruppe, die eine Dschungelwanderung unternehmen sollte. Die zweite Halbgruppe ging zum Canopi. Dabei schwingt man sich an einem Stahlseil, das von einem Baum zum Anderen gespannt ist, man ist natürlich mit Gurten und Karabinern gesichert von einer Plattform im Baum zur Nächsten. Auf unserer Dschungeltour kamen wir an einem Kakaobaum vorbei. Dessen Früchte musste ich natürlich probieren. Die Kerne der Kakaobohne schmecken etwas bitter. Man kann sie aber essen. Natürlich gab es auch Bananenbäume und unzählige andere für mich noch unbekannter Pflanzen zu sehen. Unser Weg führte uns zu einer Beobachtungsplattform mitten im Dschungel. Auf dieser verbrachten wir dann ein paar Minuten und beobachteten den Dschungel und den Himmel um uns herum. Bis auf ein paar Vögel habe ich nichts gesehen. Angeblich haben die Anderen eine kleine Wildsau entdeckt. Auf unserem Rückweg, der uns zum Beginn der Canopi-Tour bringen sollte, zeigte uns Julio welche Pflanzen Trinkwasser enthalten und wie man an dieses kommt. An einer Liane angekommen, blieb er stehen und erzählte uns, wie wichtig es ist zu wissen, wie man im Dschungel großen Tieren, wie dem Jaguar entkommt! Dazu muss man nur auf eine Pflanze klettern, die stark genug ist, damit ein Mensch hochklettern kann, aber zu dünn für den Jaguar ist. Dann wird der Jaguar unten warten und nach etwa 10 Minuten das Interesse verlieren und wieder in den Dschungel verschwinden! Und schon kletterte Julio die Liane hoch. In etwa acht Meter Höhe, zeigte er uns, wie leicht es ist, sich auch nur mit einer Hand an der Liane festzuhalten und turnte über unseren Köpfen herum. Als er wieder herunter geklettert kam, sagte er uns, dass wir auch hochklettern könnten. „It is save!“ Nach etwas Skepsis und anfänglichem zögern packte mich dann doch die Neugierde. Also ran an das Ding! Hände an die Liane, Füße um die Liane geklammert und einen Zug hoch. Kurzer fragender Blick zum Guide. Nach seinem Nicken, Füße angezogen und mit den Armen nach oben gegriffen. Dann das was keiner erwartete! Das Teil riss ganz oben, etwa zehn Meter über meinem Kopf ab und kam direkt auf mich zu! Selbstverständlich ging es sofort ungebremst zur Erde. Dort hatte ich eine unsanfte Landung auf dem Boden. Ich kam mit dem linken Fuß zuerst auf, da dieser unten an der Liane war. Die war immer noch um meinen Fuß gewickelt und darauf landete ich dann mit meinem restlichen Körper. Als ich dann so da saß, kam von oben noch jede Menge Grünzeug auf mich herab geprasselt. Ich habe die Gesichter der restlichen Gruppe nicht gesehen, nur das von Julio. Und das hat mir gereicht! Ich merkte sofort, dass da was nicht so ganz in Ordnung war mit meinem Fuß. Und so wurde mir der Gummistiefel ausgezogen. Julio tastete meinen Knöchel ab, und meinte, da sei nichts gebrochen. Beim Versuch aufzutreten musste ich aber schmerzhaft feststellen dass das nicht geht. Da wir mitten im Dschungel waren, war Hilfe nicht so schnell zu erreichen. Also gab mir Julio einen Stock, mit dessen Hilfe ich versuchen sollte zu gehen. Da das nur ein gerader Stock war, musste ich mich mit beiden Händen daran fest klammern und versuchte meinen linken Fuß so viel wie möglich zu entlasten. Das ging aber nicht besonders gut! Trotzdem humpelte ich eine Ewigkeit durch den Dschungel in Richtung Lodge, wie ich hoffte! Als ich nicht mehr konnte und eine Pause machte, lief Julio alleine zurück zur Lodge, denn diese war nur noch wenige Minuten entfernt wenn man schnell läuft, wie er meinte. Wir aber sollten unter Jeremith’s Führung einen anderen Weg gehen, um zum Fluss zu gelangen. Dort könnte ich meinen Fuß zum kühlen ins Wasser halten. Da kamen wir aber nie an. Denn nach einiger Zeit kam Julio mit seinem Notfallköfferchen und einem weiterem Peruaner zurück. Er wollte mir Tabletten gegen die Schmerzen geben. Die nahm ich aber nicht, da mein Fuß im entlasteten Zustand keine extremen Schmerzen verursachte. So saß ich da noch ein paar Minuten rum, als noch ein Schwung Peruaner von der Lodge bei uns auftauchte um mir zu helfen. Wie Tina erzählte, diskutierten Sie auf spanisch rum, ob ich noch zum Canopi mit könnte, oder es auf heute Nachmittag oder gar Morgen in der Früh verschieben sollte. Einer war so vernünftig und sagte, dass mein Fuß viel zu heftig angeschwollen war für das Canopi und dass ich es lassen sollte. Tina, Jeremith und die zwei Amis sind dann weiter zum Canopi gegangen und haben sich da amüsiert. Einer der Herbeigeeilten Peruaner, von dem die anderen sagten, er sei „loco“, also verrückt, weil er barfuß durch den Dschungel läuft, im Dschungel schläft und nachts fischen geht, Hackte mit seiner Machete einen kleinen Baum mit Astgabel um und fertigte daraus eine Krücke in Y- Form. Mit der konnte ich besser als mit dem Stock gehen, denn da konnte ich mein Gewicht in die Astgabel lehnen und meinen linken Fuß komplett entlasten und in der Luft lassen. Aber damit war ich Ihnen wohl nicht schnell genug. Denn bei der nächsten Pause begannen sie eine Trage zu bauen. Der „loco-Mann“ kletterte mit seiner Machete auf einen Baum, kappte da ein paar schnurähnliche Wurzeln ab, die irgendwie herabhingen und warf sie den Anderen zu. Diese rollten sie auf und brachen so die Fasern, damit sie biegsamer und geschmeidiger wurden. Als nächstes fällte und entastete er zwei etwa 2 Meter hohe Bäume und legte diese parallel zueinander auf den Boden. Er besorgte vier kurze Hölzchen, immer noch stark genug um mich zu tragen. Diese wurden als Querverbindung mit den biegsamen Wurzeln an den Baumstämmen im Abstand von etwa 40 cm festgeknotet. Nach nicht einmal 10 Minuten war die Behelfstrage fertig. Ich legte mich darauf und die Männer verteilten sich an die vier Ecken der Trage und hoben mich hoch. Zuerst am langen Arm, ging es durch den Dschungel. Nach einiger Zeit machten Sie eine Pause und legten mich ab. Jetzt wurde es ganz schön anspruchsvoll! Denn vor uns ging es relativ steil bergab. Auf einem engen, rutschigen, lehmig-bazigen Weg ging es langsam und mehr oder weniger sanft hinunter. Diesmal aber mit mir und der Trage hoch oben auf den Schultern der Männer. Oft hielt ich mich krampfartig an der Trage fest, aus lauter‚Angst, ich könnte hinunterfallen, da es doch zum Teil schräg zur Seite und steil nach vorne gelagert bergab ging. Zum Glück kamen wir ohne größere Zwischenfälle den Berg hinunter. Nach einer kurzen Pause ging es dann wieder geschultert, die letzten Minuten zurück zur Lodge. Dort angekommen, steckte ich meinen Fuß zur Kühlung in ein Wasserbecken. So wartete ich auf die Rückkehr der Anderen. Die kamen dann auch irgendwann am frühen Nachmittag zurück. Von da an hockte ich nur am Fluß oder sonst wo herum und relaxte. Mir wurde mein Fuß noch mit einer Salbe gegen Prellungen und Zerrungen eingerieben und einen Verband angelegt. Zum essen wurde ich immer von zwei Männern als Stütze begleitet. Und auch sonst wurde ich gut versorgt. Beim Abendessen hatte Jeremith eine Überraschung für mich bereit. Sie überreichte mir eine selbstgemachte Holzkrücke, die irgendwo auf dem Gelände der Lodge herumlag. Am nächsten Tag bin ich mit dieser Krücke und dem Rest der Reisegruppe, von unserer Lodge per Boot und Bus innerhalb von etwa neun Stunden zurück nach Cusco gefahren. In Cusco erst einmal ins Hostal und duschen. Dann mit Tina und Jeremith ab ins Krankenhaus und Röntgen lassen. Am nächsten Morgen nach einem Frühstück auf der Dachterrasse unseres Hostals ab zum Flughafen in Cusco und mit dem Flieger gegen 12.00 Uhr zurück nach Lima und in Tinas und Hannah`s Wohnung. Von da aus ging es dann um 21.30 Uhr wieder an den Flughafen. Denn um 01.20 Uhr wie wir da erfahren haben, nicht wie auf meinem Ticket um 00.20 Uhr startete der Flieger nach Atlanta. Gute sieben Stunden Flug! In Atlanta lange neun Stunden Aufenthalt. Diese habe ich überwiegend schlafend verbracht. Und dann um 16.45 Uhr Weiterflug nach München. Wieder etwa acht Stunden Flug. Das tolle ist, dass ich in jedem Flughafen, egal ob Cusco, Lima, Atlanta oder München aus dem Flugzeug oder zum Flugzeug einen Rollstuhl bekam und immer jemanden hatte, der mich anschob und mit mir die einzelnen Stationen beim Ein- oder Auschecken durchlief. Auch kommt man im Rollstuhl immer als erstes dran. Auch wenn da schon Hundert Leute eine Stunde lang warten. Im Rollstuhl hat man Sonderrechte.
In München gelandet, holte mich mein Vater zusammen mit meinem Opa ab. Sofort ging es zur Pionierschule in den SanBereich. Da war aber kein Arzt! Denn es gibt da nur Vertragsärzte und der hatte am Freitag keinen Dienst! Also die Wahl, SanAkademie in München oder SanBereich in Brannenburg. Da ich näher an Brannenburg als an München wohne, entschied ich mich für Brannenburg. Dort angekommen, sah mich der Arzt an und lies mich sofort nach Bad Aibling ins Krankenheus einweisen.
Da liege ich nun und warte wie es weiter geht!
Wo ich nicht darum herum komme ist ein Worte über mein Canopi-Abenteuer zu berichten. Nachdem ich Alex in der Obhut der Lodge-Besatzung lasse setzen Jeremith, Luke, Linsey und ich unseren Weg in die Tiefen des Dschungels fort. Nach einem schweißtreibenden Marsch gelangen wir schließlich auf eine gute Anhöhe, wo erst einmal ein paar Kekse zur Stärkung verdrückt werden. Und dann ist es soweit, wir legen das Canopi-Geschirr an. Und kaum dass man sich versieht hängen wir auch schon an einem Drahtseil, welches zwischen zwei Bäume gespannt ist und uns wie Vögelchen durch die Lüfte schweben lässt. Wowww! Viermal düsen wir so von Baum zu Baum, eigentlich viel zu wenig, aber der Spaß wars wert. Noch schnell von der Plattform abseilen und schon sind wir wieder auf festem Boden. Und zurück geht’s zur Lodge. Alex finde ich in einem Wasserbecken vor. Der Arme! Und schon bricht unser letzter Abend an. Mit Sangría und Gitarrenmusik lassen wir 3 Tage Dschungel ausklingen. Am 8.1. heißts nach dem Frühstück Abschied nehmen von Diana, Estefanie (zwei Peruanerinnen, die noch einen Tag länger bleiben) und von der Besatzung, die es uns wirklich an nichts fehlen ließ. Ein langer langer Rückweg steht uns bevor. Alex fühlt sich nicht gut. Sein Fuß tut weh und der steile Anstieg von 500 auf über 3000m Höhe in Verbindung mit den holprigen und kurvigen Straßen machen ihn ganz schwindelig. Doch ein Gutes hat sein Unfall dann doch. Als wir an einem Erdrutsch angelangen dürfen wir nur passieren, weil wir einen „Schwerverletzten“ an Bord haben, der dringend ins Krankenhaus muss. Die Gruppe dankt! Denn es kann schon einmal vorkommen, dass man ein paar Tage nicht durchgelassen wir. Glück im Unglück! Ein Stück weiter treffen wir auch noch auf die Coca-Polizei, die die Gelegenheit nutzt, die verhinderten Lkw´s auf Drogenschmuggel zu untersuchen. Wir können ohne Probleme unsere Reise fortsetzen. Am frühen Abend endlich wieder in Cusco laden wir die Sachen schnell im Hotel ab und schon steht Jeremith vor der Tür, um uns zum Krankenhaus zu begleiten. Ist echt ein Schatz! Die erste Klinik, die wir ansteuern ist aber übertrieben teuer, also fahren wir weiter zu einem öffentlichen Krankenhaus. Dort kommen wir auch prompt dran und es werden Röntgenaufnahmen von Alex´s Fuß gemacht. Ergebnis: Knochenriss! Kaufen ein paar schmerzlindernde Tabletten und kehren zum Hotel zurück. Am 9.1. noch ein Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels und ab ins Taxi. Der Rückflug nach Lima steht unmittelbar bevor. Jeremith kommt noch zum Flughafen, um uns zu verabschieden. Schnell organisieren wir einen Rollstuhl für Alex und kaum dass man schauen kann wird er auch schon ins Flugzeug befördert. Also los, auf geht’s zurück in Perus Hauptstadt. Eine Stunde Flug und wir landen. Wow, ist es hier warm geworden in den zwei Wochen. Zum Glück warten Hannah und Alfredo schon auf uns. Den Stress mit den Taxis können wir uns also sparen. Wieder in Magdalena werden erst einmal die Koffer gepackt, schließlich darf Alex einen ganzen Schwung für mich mit nach Hause nehmen. Und wie die Zeit auf einmal vergeht. Um 22Uhr sind wir wieder am Flughafen und warten auf den Abflug nach Deutschland. Viel zu schnell ist unsere gemeinsame Zeit hier vergangen, aber die Bilder bleiben und ich bin glücklich, dass ich Alex einen kleinen Teil von diesem wunderschönen Land zeigen konnte. Nun hoffe ich nur, dass es meinem Schatz bald wieder besser geht, doch daran glaube ich ganz fest *:)*.
1 Kommentar:
Ich wollte ja gar nicht Tarzan spielen! Ich war nur neugierig wie das ist, auf eine Liane zu klettern!
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