Dienstag, 25. Dezember 2007

Frohe Weihnachten


Hallo ihr Lieben!!!!


Wünsch euch allen wunderschöne Weihnachten!


Alex ist gut in Lima angekommen und morgen starten wir unsere große Reise :-).


Vielen Dank für die tollen Packerl und die Platzerl! Hab mich riesig darüber gefreut!


Denkt immer dran, ich hab euch sehr lieb und freu mich schon euch wieder in meine Arme schließen zu können.


Bussi

Sonntag, 23. Dezember 2007

Weihnachten steht vor der Tür

Ein Tag noch, dann sitzt ihr alle bereits unter euren Christbäumen und lasst euch von der Weihnachtsstimmung verzaubern. Ich kann daran kaum denken, weil ich seit einigen Tage so nervös bin, dass ich kaum noch schlafe. Heute Abend steht wenn alles gut geht mein Weihnachtsgeschenk in Lima am Flughafen, Alex :-).

Bevor ich euch erzähle was wir für unsere gemeinsame Zeit geplant haben muss ich euch noch berichten, was ich gestern erlebt hab. War mit Delfinen schwimmen!!!! Sind an einen kleinen schönen Strand südlich von Lima gefahren und waren dort zunächst etwas enttäuscht, weil die Sonne sich kaum zeigen wollte. Doch dann die große Entdeckung. Ganze Schwärme von Delfinen direkt in Küstennähe. Wahnsinn! Hab mich gleich mal in die Wellen gestürzt und weiß nicht wie lange die Delfine verfolgt. Zum Greifen nahe. Ein bisschen erschrickt man zwar schon wenn plötzlich so ein Tier unerwartet vor einem auftaucht, aber es war einfach ein gigantisches Gefühl den Delfinen so nahe zu sein.

So, jetzt aber zu unserer Reise. Am 26. Dezember fliegen Alex und ich dann nach Arequipa und starten mit der schönen Altstadt unsere große Reise in den Süden Perus. Nachdem wir uns das beeindruckende Kloster und die Schluchten, wo man Condore sehen kann, angeschaut haben, reisen wir weiter nach Puno an den Titicacasee. Dort werden wir eine Nacht auf einer Insel verbringen, um im Anschluss unsere Reise nach Cusco fortzusetzen. Silvester feiern wir in Cusco, wo wir auch Hannah und Alfredo treffen. Übrigens sind wir in einer kleinen Gruppe unterwegs: Anna & ihre Eltern, sowie eine gute Freundin von Anna, Alex und ich. In Cusco sehen wir uns das Heilige Tal und Machu Picchu an. Wenn der Geldbeutel es erlaubt fahren wir noch für ein paar Tage in den Nationalpark Manú (Dschungel). Je nachdem wann es uns zurück nach Lima zieht werden wir noch ein oder zwei Nächte in Cusco verbringen, bevor Alex am 10.01. die Heimreise antritt.

Kann gut sein, dass ich mich erst mitte Januar wieder bei euch melde. Deshalb wünsche ich allen wunderschöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. In Cusco stoßen wir natürlich für euch an :-).

Bussiiiiiiiii

Sonntag, 16. Dezember 2007

Lange nichts mehr von mir hören lassen :-(



Lange ists her, dass ich meinen letzten Blog geschrieben hab. Liegt wohl daran, dass ich beschlossen habe vor Weihnachten nicht mehr zu verreisen. Muss jetzt erst einmal nachdenken, was ich die letzte Zeit so alles angestellt hab. Meine kurze Unikarriere in Peru hab ich mit meinem Abschlussexamen in Quechua beendet. Bestanden werd ich schon haben, wie das erfahre ich aber erst noch. Was treibe ich also so in meiner Freizeit? Einmal sind wir auf ein Konzert zu Ehren von Bob Marley gegangen. Sind dazu nach Barranco gefahren, einem wunderschönen Viertel von Lima, wo man gut Energie tanken kann. Das Lokal wo das Konzert stattfand ist im typischen Bohemia-Stil eingerichtet und richtig gemütlich. War ein toller Abend, den wir noch mit einem leckeren Coctail in einer Bar in Miraflores abgeschlossen haben. Um beim Thema Musik zu bleiben. Bald darauf hat Gustavo Eintrittskarten für ein John Lennon-Konzert organisieren können. Wow! Open Air, super Band, tolles Feeling. Nur, dass ich vergeblich auf mein Lieblingslied von John Lennon gewartet hab, Imagine, da plötzlich der Strom ausgefallen ist. Mal wieder typisch Peru :-). Da den meisten dann zu kalt war, um die Reparaturarbeiten abzuwarten sind wir also schon vor Konzertende nach Hause gefahren. Das waren so die Highlights in den letzten Wochen. Abgesehen davon war ich etwas im Nachtleben unterwegs, hab die Sonne auf unserer Dachterrasse genossen, bin regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen und hab ein wenig Lima unsicher gemacht. Was ich euch aber nicht vorenthalten will sind die letzten zwei Tage. Wow! Zwei Strandtage südlich von Lima. Gestern waren wir ca. 80km entfernt von Lima an einem Strandabschnitt, der sich León Dormido (schlafender Löwe) nennt. Und es scheint wirklich alles dort zu schlafen. Kaum Menschen, keine Restaurants, nur ein paar Vögelchen springen durch die Gegend. Und das kurioseste: neben dem Hügelchen, das einem schlafenden Löwen ähnelt, lag ein toter Seelöwe, der scheinbar von der Strömung angespült worden war. Haben den Tag dort bis zum Sonnenuntergang ausgekostet und uns dann auf die Suche nach einem Bus gemacht, der uns wieder zurück bringt. War nicht so leicht, aber letztendlich hatten wir doch Glück und sind wieder gut in Lima gelandet. Heute gings dann gleich wieder auf Richtung Süden. Dieses Mal zu einem Strand namens Asia. So weit man den Blick auch schweifen lies Sand, Meer, Berge.... Beeindruckend! Die Strömung ist zwar stark und das Wasser etwas frisch, aber davon lasse ich mich nicht abschrecken. War superschön! Und mittlerweile sitze ich schon wieder auf meinem kuscheligen Bett und spüre die Nachwehen. Wie ein Krebslein seh ich aus, aber das wars wert.
Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Thema Weihnachten in Lima. Am 1. Dezember haben in den meisten Wohnungen bereits geschmückte Weihnachtsbäume zu stehen. Von Adventskränzen oder Plätzchen hab ich allerdings noch nichts gehört, weshalb ich hoffe, dass Alex mir ein paar Leckereien mitschmuggeln kann. Die Weihnachtsbäume, die auch die Stadt zieren, sehen aus wie bei uns, nur dass sie eben nicht echt sind, denn Tannenbäume gibt es bekanntlich in der Wüste nicht. In den Supermärkten hört man Weihnachtslieder, hin und wieder auch deutsche :-). Gelegentlich trifft man auf Weihnachtsmänner, die einem schöne Weihnachten wünschen und einem bewusst machen, dass der 24. vor der Tür steht. Auch hier wird am 24. Dezember gefeiert, mit dem Unterschied, dass es erst zu Mitternacht essen gibt und die Leute zuvor oft noch an den Strand gehen. Alles in allem sieht die Stadt sehr schön aus mit den vielen Lichtern, doch Weihnachtsstimmung kommt für mich nicht auf. Es fehlen die Christkindlmärkte, der Schnee (der fehlt zwar in Deutschland auch, aber dafür ist es kalt), Kinderpunsch, gemütliche Nachmittage zu Hause eingehüllt in Bettdecken.... Ich würde sagen es ist einfach einmal Weihnachten ganz anders. Ich wünsche euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit, bin immer bei euch und lasst euch nicht so von den Vorbereitungen stressen ;-).

Montag, 26. November 2007

La vida es sueño (´Das Leben ist ein Traum`)


Für Freitag Abend haben wir uns Theaterkarten für Calderon´s Meisterwerk La vida es sueño gekauft. Voller Vorfreude machen wir uns um 19h auf den Weg zur Catedrale San Francisco. Da es sich um ein auto sacramental, d.h. um ein religiöses Stück handelt wird der Vorplatz der Kirche zur Bühne umgebaut. Nun gut, aber wies in Peru nun einmal so ist, kommen wir nach einer chaotischen Autofahrt eine halbe Stunde zu spät zum Zielort. Die Tore sind bereits geschlossen und Schlangen von Menschen hoffen vergeblich letztlich doch noch Einlass gewährt zu bekommen. Da für Peruaner Pünktlichkeit schon beinahe ein Fremdwort ist wundert mich das nicht. Nun gut. Hannah und ich klettern also auf einen Vorsprung, klammern uns verzweifelt ans Gitter, um zumindest ein bisschen etwas von der Show zu erspechten. Nach gut einer Stunde geben wir uns dann geschlagen. Unsere 36 sol Eintritt glauben wir verloren. Nur gut, dass wir Eduardo mitgenommen haben. Er ist das Organisationstalent unter uns und trifft nach einer Weile Suche schließlich auf den Direktor des Theaters. Mit "So gehe das doch nicht, noch dazu seien unter uns auch internationale Studentinnen und das schade schließlich dem Image....". Kurz und gut, der Direktor gibt sich geschlagen und verspricht uns Karten für den nächsten Tag zu organisieren. Also machen wir das beste aus dem angebrochenen Abend und stürzen uns ins Nachtleben. Und am nächsten Tag kommt Eduardo dann nach einigen Telefonaten tatsächlich an die Karten. Dieses Mal überpünktlich am Eingang werden wir als eingeladene Gäste empfangen und zu unseren Plätzen geleitet. Statt wie geplant in der letzten Reihe Platz zu nehmen, machen wirs uns in der vierten Reihe auf den Premiumplätzen für je 200 sol gemütlich :-). Na, wenn wir da nicht Glück gehabt haben. Und zu der Aufführung kann ich nur sagen: Wooow! Einfach spitze. Über 400 Akteure, eine gigantische Bühnenshow, super Akkustik und ein Feuerwerk zum Abschluss. Wahnsinn! Dazu muss man sagen, dass die komplette Inszenierung von unserer Uni ausgeht und zugleich der 90. Geburtstag der Católica Universidad gefeiert wird. Und das hat sich die Uni schon was kosten lassen.

Dienstag, 20. November 2007

Fotos seht ihr im Dezember

Noch eine kurze Info. Leider ist meine Kapazität für diesen Monat schon aufgebraucht und ich kann erst am Dezember wieder Fotos in flickr stellen. Müsst euch also noch ein wenig gedulden.

Bilder, die ich nie vergessen werde :-)

Wow, wow, wow! Ich bin überwältigt. Der Dschungel ist das Schönste was ich je gesehen habe. Bin noch immer in einer anderen Welt. Natur, Energie, Sonne, Wildnis...
Versuch euch in möglichst wenigen Worten zu erzählen, was ich in den letzten 11 Tagen alles erlebt hab. Am Donnerstag Abend steigen Hannah, Alfredo und ich in den Flieger Richtung Iquitos. Nach einem Zwischenstopp in Tarapoto sind wir nach guten zwei Stunden im Amazonasgebiet. 28 Grad um 21h, Wahnsinn. Machs mir gleich mal auf der Ladefläche des Jeeps, mit dem wir vom Flughafen abgeholt worden sind, bequem. Kurz unsere Sachen in Alfredos Haus abgelegt und dann sammeln wir ein paar Freunde von ihm ein, mit denen wir dann ein wenig Iquitos unsicher machen. Zu lange kann mal allerdings nicht ausgehen in Iquitos, weil dort ein Gesetz erlassen wurde, nachdem unter der Woche alle Lokalitäten, die Alkohol verkaufen, um Mitternacht schließen müssen. Am Wochenende ist um 3 Uhr Sperrstunde, aber das reicht dann auch :-).
Kurze Beschreibung unserer Unterkunft für die kommenden Tage. Alfredos Haus ist nicht weit weg vom Zentrum Iquitos. Dort werden wir die ersten Tage mit seiner Mutter, Rider (Haushüter), Blaqui (beinahe blinder Hund, der schon gut in die Jahre gekommen ist) und Pepito (Papagei) verbringen.Hannah und ich haben unser eigenes Zimmer und können uns dort wie unserem eigenen Zuhause bewegen.
Nach ein paar Stunden Schlaf machen wir Mädels uns mit dem Motortaxi auf ins Zentrum, um unsere leeren Mägen zu füllen. Entdecken auf gleich ein nettes Restaurant, wo wir das erste Mal in den Genuss der exotischen Früchte des Dschungels kommen. Hannah bekommt ihr Fruchtsaft leider nicht so gut, aber mein Magen hält dem ohne weiteres stand. Nachmittags fahren wir dann mit Alfredo und seinem besten Freund Jorge eine Runde Motorrad, um uns die Granja (Gut) von seiner Oma anzusehen. Das Haus liegt etwas außerhalb von Iquitos und steht verlassen. Nur in der kleinen Holzhütte nebenan wohnt eine Familie, die ein Auge auf das Haus wirft. Geplant ist zunächst dort einmal eine Nacht zu verbringen, doch da es dort weder fließend Wasser, noch Strom gibt überzeugt uns Hannah schließlich das ganze sein zu lassen. Abends gibts noch ein paar typische Coctails in einer Bar, die direkt am Ufer des Flusses Itaya liegt. Superschönes Ambiente. Am selben Abend legt die Tante von Alfredo, Celeste, mir noch die Karten. Dazu solltet ihr wissen, dass es im Dschungel-Gebiet sehr viele Menschen gibt, die an Kobolde, Geister, Seelenwanderungen etc. glauben. Die meisten können dir von ihren Erfahrungen mit diesen Erscheinungen erzählen. Andere beschäftigen sich vorwiegend mit medizinischen Pflanzen oder Drogen, die Halluzinationen und Visionen hervorrufen. Und wer mich besser kennt weiß, dass diese mystischen Erfahrungen genau das Richtige für mich sind. Bis zum letzten Tag hab ich versucht einen Schamanen zu finden, bei dem ich an einer Ayahuasa-Zeremonie teilnehmen kann. Ayahuasca ist eine Wurzel, die man zur Art der Lianen zählen kann. Aus ihr wird ein Saft geworden, der in Form von Ritualen genommen wird und Visionen hervorruft, als auch den Körper von Giftstoffen reinigt. Sehr viele Leute im Amazonasgebiet besuchen regelmäßig einen Schamanen. Leider sind diese Tage alle Schamanen ausgeflogen und so muss ich diese Erfahrung auf einen anderen Zeitpunkt verschieben. Am darauf folgenden Tag fängt es erst einmal heftig an zu regnen, was uns die restliche Zeit in Iquitos noch öfter passieren wird, da gerade die Regenzeit begonnen hat. Aber der Regen im Dschungel ist gigantisch, beeindruckend. Wie hat mir der Regen gefehlt. In Lima regnet es schließlich nie, nicht einmal ein Blitz ist zu sehen. Nach dem Regen haben wir uns dennoch entschlossen ins Schwimmbad zu gehen. Nichts besonderes, aber eine kleine Abfrischung. Wie schon in Pucallpa schwitzt man hier den ganzen Tag. Nun gut, Abends bringen wir dann Alfredos Mama zum Flughafen, da sie zurück nach Lima reist. Schnell noch etwas schick machen und schon gehts wieder auf ins Nachtleben. Finden eine tolle Bar wieder am Flussufer, wo wir den leckeren Coctails nicht widerstehen können. Dort bleiben wir bis fast 2Uhr, sodass es sich schon gar nicht mehr lohnt in die Disko zu gehen. Dennoch wollen wir uns das Noa, bekannteste Disko in Iquitos, zumindest mal kurz ansehen. Und so geht wieder eine Nacht im Dschungel vorüber. Spricht man mit den Leuten aus Iquitos erkennt man schnell, dass dort statt dem stressigen Stadtleben vielmehr feiern, Alkohol und Drogen auf der Tagesordnung steht. Aber da wir vorrangig wegen der Natur in Iquitos sind steigen wir am nächsten Tag erst einmal in ein Boot und tuckern Richtung Amazonas. Halt machen wir bei dem serpentario (Reserva, wo man verschiedene Tieren sehen kann).Schnell finde ich einen kleinen Freund, den ich bis zum Schluss nicht mehr loskrieg. Ein Babyäffchen, das es sich auf meinen Schulter gemütlich macht. Als es dann doch zu aufdringlich wird und meine Haare vernaschen will muss es dann gewaltsam von mir entfernt werden. Auf dem Rückweg sehen wir uns noch ein kleines Dorf am Amazonas an, bevor wir unter Blitz und Donner wieder den Hafen erreichen. Gehen im Anschluss noch auf den Künstlermarkt und gönnen uns zu guter letzt ein paar Kugeln Eis. Mmmh! So viele verschiedene Sorten, von denen man noch nie gehört hat. Da könnte man den ganzen Abend naschen. Aber nach zwei Megakugeln reichts dann auch. Grad dass ich noch vom Stuhl aufkomme. Am nächsten Tag ist es dann endlich mal wieder so weit. Shopping! Hannah und ich machen die Läden im Zentrum unsicher. Schließlich haben wir immer noch viel zu wenig Sommerfähnchen und die gibt es da zur genüge. Zufrieden können wir uns am Nachmittag schon ins nächste Abenteuer stürzen. Da Alfredos Papa im Kongress arbeitet, sprich Politiker ist, kommen wir in den Genuss offiziell in eine Lodge (Haus im Dschungel) eingeladen zu werden, ohne etwas dafür zu bezahlen. Im Dunkeln kommen wir drei, in Begleitung von Alfredos Cousin Hernan, im Centro de Investigaciones Allpahuayo an. Diese Lodge ist nicht, wie die meisten, ausschließlich auf Tourismus ausgerichtet, sondern dient mehr Forschungszwecken. Fast die einzigen in der Lodge stört uns keiner beim Schlafen. Den Geräuschen des Dschungel lauschend schlummern wir schließlich ein und erwachen am nächsten Tag mitten in der Natur. Haben eine kleine Küche nur für uns. Also packen wir unsere Vorräte aus und frühstücken erst einmal ausgiebig, bevor wir uns auf die Suche nach unserem Führer machen, der uns die nächsten paar Stunden durch den Dickicht des Dschungels führen wird. Gute 4 Stunden streifen wir durch die Natur, lernen die verschiedensten Pflanzen, Bäume und Insekten kennen und dürfen auch hin und wieder mal was von der Schätzen der Natur probieren. Etwas ausgehungert landen wir letztlich wieder in unserem Jeep und treten den Rückweg an. Zwei traumhafte Tage! Mit einem Gläschen Wein zu Hause stoßen wir auf unseren Kurztrip an und lassen den Tag ausklingen. Gestärkt machen wir uns bald darauf schon wieder auf den Weg in die Stadt, um unsere nächste Tour in den Dschungel zu planen. Für S./200 (ca. €45) buchen wir dann eine Lodge für eine Nacht (incl. Anreise, Essen, Übernachtung, Führer). Sonst steht heute nicht viel an. Gehen nur noch mit Julieta, Cousine von Alfredo, Sandalen kaufen und ruhen uns aus, damit wir für den nächsten Tag fit sind. Um halb 8Uhr morgens holt uns schon ein Motortaxi ab und bringt uns zur Reiseagentur, wo bereits ein Taxi auf uns wartet. Gemeinsam mit Joe, Neuseeländer, gehts auf nach Nauta. Nauta ist eine kleine Stadt, ca. 1,5h von Iquitos entfernt. Von dort aus legt das Boot zur Lodge ab. Langweilig wir die Bootsfahrt jedoch keinesfalls. Im Gegenteil. Schon bald lässt die Natur uns ihre Gewalt spüren. Anstatt wie geplant mit Delfinen und bufeos rosados (rosa Delfine) zu schwimmen fängt es ohne Erbarmen an zu stürmen. Hannah beschließt noch schnell ihren letzten Keks zu essen, bevor sie stirbt :-). Mir gefällts. Müssen zwar am Ufer anlegen, um das gröbste vorbeiziehen zu lassen, aber die Erfahrung muss man auch einmal gemacht haben. Pitschnass verkriechen wir uns unter Plastikplanen und Ponchos. Kommen aber gut in der Lodge, wos erst einmal ein lecker Mittagessen gibt. Dort lernen wir dann auch Steffen (aus Frankfurt), Rene und ihre Freundin (aus Holland) kennen. Von den Mädels kriegen wir nicht viel mit, weil sie einem anderen Reiseführer zugeteilt werden. Kriegen einen schönen Bungalow zugeteilt, mit Moskitonetzen über dem Bett, sodass uns kaum Mosquitos stechen. Trotzdem ist es wichtig die ganze Zeit Mückenschutz aufzutragen und Vitamin B-Tabletten schlucke ich auch fleißig, weil die angeblich die Insekten fernhalten. Am späten Nachmittag machen wir dann eine Dschungeltour: Luis (unser Führer), Steffen, Joe, Alfredo, ich und Pancho (Tapir, der uns wie ein Hündchen folgt; Fotos unter flickr). Hannah ist zu müde, um uns zu begleiten. Aber erst im Dunkeln entdecken wir ein paar Tierchen. Darunter Mega-Fledermäuse, Affen, eine Tarantel und ein paar Frösche und Echsen. Dschungel in der Nacht, das ist schon aufregend. Ein bisschen Schlaf und um 4.30Uhr weckt mich Luis schon wieder auf, weil ich die glorreiche Idee hatte eine Tour im Boot noch vor Sonnenaufgang zu machen. Steffen und Joe sind die einzigen, die sich uns anschließen. Leider sehen wir die Sonne nicht aufgehen, aber dafür entdecken wir ein paar Affen, Vögel und Delfine. Am Nachmittag gehen wir dann noch Piranjas angeln. Naja, ich mach sowas ja nicht. Also füllt mir Luis fleißig die Angel mit Fleisch, damit ich die hungrigen Fische füttern kann. Das hat mir dann schon wieder gefallen. Und wie gierig die kleinen Monster sind. Leider müssen wir uns dann auch schon wieder auf den Rückweg machen. Traurig! Naja, alles hat mal sein Ende. Abends sehen wir nur noch eine DVD an, besser gesagt die anderen. Nach der ganzen Aktion kann ich meine Augen nicht mehr lange aufhalten. Den Samstag lassen wir dann ruhig angehen. Hannah ist krank und ich erledige ein paar Dinge mit Alfredo. Abends gehen wir dann Coctails trinken und schließlich noch ein paar Stündchen tanzen. Und schon ist Sonntag. Die Abreise rückt näher. Nun fehlt noch das mariposario (Schmetterlingsfarm), auf die ich mich schon die ganze Zeit freue. Also steigen wir drei wieder einmal in ein Boot und schon bald darauf sind wir am Ziel. Das mariposario hat vor einigen Jahren eine Österreicherin gegründet. Dort züchtet sie aber nicht nur Schmetterlinge, sondern nimmt auch zahlreiche Tiere auf, deren Eltern erschossen worden sind, v.a. Affen. Und die Affen sind vielleicht aufdringlich. Macht aber eine riesen Spaß. Nach einer ausgiebigen Führung kehren wir nach Iquitos zurück, essen eine Kleinigkeit gönnen uns ein letztes Mal Coctails. Letzte Nacht in Iquitos. Am Montag steht dann nicht mehr viel auf dem Plan. Muss für meine Quechua-Prüfung lernen, die am Dienstag Vormittag ist. Kann mich aber so gar nicht konzentrieren. Ist aber auch gemein, in Iquitos staubtrockene Texte studieren. Verabschieden uns noch von Celeste, die mir so richtig ans Herz gewachsen ist, und lassen uns von Alfredo und Hernan zum Flughafen begleiten. Pünktlich um 20.35h starten wir unsere Rückreise. Eine Mischung aus Freude und Abschiedsschmerz. Schön unsere Freunde in Lima wieder zu sehen und gleichzeitig traurig den Dschungel zu verlassen. Ich kann euch nur eines raten. Wenn ihr einmal die Möglichkeit habt den Dschungel kennen zu lernen, lasst es euch nicht entgehen. Die Energie, die einen dort umgibt, ist einmalig.
Mittlerweile bin ich wieder in Magdalena, hab meine Prüfung mehr recht als schlecht hinter mich gebracht und freue mich, dass es hier von Tag zu Tag wärmer wird.


Dienstag, 6. November 2007

Iquitos


So, jetzt kann eigentlich nichts mehr dazwischen kommen. Die Tickets liegen bereit und am Donnerstag gehts los. Um 16:45h fliegen Hannah, ich und Alfredo mit der StarPeru nach Iquitos. Dort wartet dann schon ein volles Programm auf uns, u.a. wollen wir 1 oder 2 Nächte im Dschungel übernachten. Wird mit Sicherheit eine aufregende Reise mit vielen neuen Eindrücken und zahlreichen schönen Fotos für euch.
Am 19.11. landen wir dann gegen 20:35h wieder in Lima. 10 Tage Dschungel! Juhuhu!
Mal schauen, ob ihr mich im Anschluss wiedererkennt ;-).